Finanzmärkte – Wege aus der Krise
Auf dem bevorstehenden Weltfinanzgipfel am 15. November in Washington wird sich die EU für eine Erweiterung der Befugnisse des Internationalen Währungsfonds (IWF) einsetzen. Bei ihrem Treffen im Vorfeld des Gipfels verständigten sich die EU-Spitzen darauf, dass der IWF – der für die internationale Zusammenarbeit in Währungsfragen zuständig ist – eine zentrale Rolle dabei spielen soll, die Weltwirtschaft zu stabilisieren und einen erneuten Kollaps zu verhindern.
Zum Gipfel in Washington geladen sind die Staats- und Regierungschefs aus 20 Ländern, die zu den weltweit wichtigsten Volkswirtschaften zählen. Geht es nach dem Willen der EU, so wird das Treffen den Weg für eine Reform des internationalen Finanzsystems ebnen. Neben einer Stärkung des IWF geht es dabei auch um eine strengere Regulierung – oder zumindest Kontrolle – der Finanzbranche, mehr Verantwortlichkeit und Transparenz sowie neue Konzepte für die Risikobewertung.
Die EU hat bereits Schritte eingeleitet, das europäische Bankgewerbe durch bessere Aufsicht und striktere Kontrollen zu stabilisieren. Angesichts der wachsenden Zahl von Banken, die grenzüberschreitend tätig sind, könnten diese Anstrengungen jedoch zum Scheitern verurteilt sein, wenn sie nicht von Maßnahmen auf internationaler Ebene begleitet werden.
„Wir erleben derzeit einen historischen Moment, in dem eine große Bereitschaft zu Veränderungen in der internationalen Finanzarchitektur wie auch in der Weltwirtschaft herrscht“, erklärte Präsident Barroso beim Treffen der EU-Spitzen am 7. November.
Das bevorstehende Treffen internationaler Spitzenpolitiker in Washington findet nur knapp zwei Wochen nach der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der Vereinigten Staaten statt. Unter Verweis auf den dringenden Handlungsbedarf wird die EU darauf drängen, eine 100-Tage-Frist für Maßnahmen zu setzen und eine zweite Gesprächsrunde anzuberaumen, sobald Obama im Januar die Amtsgeschäfte übernimmt.
Am Rande der informellen Tagung des Europäischen Rates beging die Kommission den 50. Jahrestag ihres Bestehens und benannte einen der Tagungsräume in ihrem Hauptsitz nach Jean Monnet, einem der Gründungsväter der EU. Quelle: PM / Bild © Europäische Kommission
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