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Europäische Unternehmen rüsten sich für neues Wachstum

Europas Anstrengungen zur Unterstützung von – vor allem kleineren – Unternehmen und zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit können zum Erreichen der Ziele der „Europa 2020“-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum beitragen. Nun hat die Europäische Kommission die Akteure aufgefordert, sich bei der Festlegung der Rahmenbedingungen für Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen für die Zeit nach 2013 zu beteiligen.

Unternehmen stehen ganz oben auf der politischen Agenda Europas. In den letzten Jahren hat die EU Unternehmen – insbesondere KMU – in einer ganzen Reihe von Bereichen unterstützt, so etwa beim Zugang zu Finanzmitteln, damit sie aus dem EU-Binnenmarkt Nutzen ziehen zu können, durch Dienstleistungen zur Suche nach Geschäftspartnern innerhalb und außerhalb der EU sowie durch Förderung von Pilotprojekten für innovative Produkte und Dienstleistungen. Die EU hat sich aber auch für die Weiterentwicklung von Innovationen sowie die Förderung von Normung und Energieeffizienz eingesetzt und sich um die Vereinfachung der europäischen Rechtsvorschriften bemüht.

Was den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten betrifft, hat die EU eine Reihe von Finanzinstrumenten mit einem Gesamthaushalt von über 1 Mrd. EUR für den Zeitraum 2007-2013 bereitgestellt, um KMU den Zugang zu Kredit- und Beteiligungsfinanzierungen zu erleichtern. Jeder auf diese Weise investierte Euro hat eine durchschnittliche Hebelwirkung von 6 EUR bei Risikokapital und von 50 EUR bei Bankkrediten. Damit dürften Finanzmittel in Höhe von etwa 30 Mrd. EUR generiert werden. Bisher konnten dank der KMU-Bürgschaftsfazilität Darlehen an fast 80 000 KMU vergeben werden.

Darüber hinaus sind 1,3 Mrd. EUR an Risikokapital für hoch innovative KMU bereitgestellt worden. Zu den Mitgliedern der Teams, die teilweise durch EU-geförderte Risikokapitalfonds unterstützt werden, zählen die Gewinner des Physiknobelpreises 2010, Andre Geim und Konstantin Novoselow.

Förderung von unternehmerischer Initiative und Wettbewerbsfähigkeit

Eine angemessene Unterstützung von KMU hat für die EU oberste Priorität. Das Enterprise Europe Network hat in diesem Bereich großen Erfolg zu verzeichnen. Mit 600 Partnern in 48 Ländern bietet das Netzwerk eine Palette von Dienstleistungen, die es europäischen KMU ermöglichen sollen, innovativ zu sein, die Möglichkeiten des EU-Binnenmarkts optimal auszuschöpfen und die Chancen wahrzunehmen, die eine Internationalisierung bietet.

Jede Partnerorganisation des Netzwerks ist zugleich zentrale Anlaufstelle für die Suche nach Geschäftskontakten, zur Förderung des Technologietransfers und für den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Die Mitarbeiter des Netzwerks bieten außerdem Beratung zur EU-Gesetzgebung, und nach dem Grundsatz „Es gibt keine falsche Tür“ werden die Kunden – ganz gleich, an wen sie sich gewandt haben – persönlich an die Dienststelle oder Organisation weitergeleitet, die ihnen am Besten weiterhelfen kann.

Seit seiner Gründung 2008 hat das Netzwerk mehr als 2,5 Millionen KMU mit Informationen und Dienstleistungen unterstützt, für über 30 000 Unternehmen Kontaktbörsen organisiert, europäischen Unternehmen zum Abschluss von Kooperationsvereinbarungen verholfen, über 75 000 Technologie- und Unternehmensbewertungen durchgeführt, und vieles mehr.

Die EU bemüht sich außerdem um die Förderung unternehmerischer Initiative. Beispiel dafür ist die KMU-Woche mit Messen, Konferenzen und Workshops in allen 27 Mitgliedstaaten sowie weiteren Ländern.

Das Rad neu erfinden – oder verbessern?

All diese Maßnahmen werden durch das mit 3,6 Mrd. EUR ausgestattete Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) finanziert. „Zur Halbzeit des Programms sind bereits bemerkenswerte Ergebnisse erzielt worden“, erklärte Heinz Zourek, Generaldirektor der GD Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, vor kurzem anlässlich einer Konferenz zur Zukunft von CIP mit über 550 Teilnehmern.

Auf der Konferenz wurden die Akteure aufgefordert, sich über die Gestaltung künftiger EU-Unterstützungsmaßnahmen für KMU sowie ein mögliches Nachfolgeprogramm von CIP für die Zeit nach 2013 auszutauschen, um so die ehrgeizigen Ziele der „Europa 2020“-Strategie erreichen zu können. Eine der wichtigsten, auf der Konferenz deutlich zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen war, dass „etwas, was nicht kaputt ist, auch nicht repariert werden muss.“

CIP kann als Erfolg bezeichnet werden, vor allem im Hinblick auf die Teilnahme von KMU und die Schaffung eines Umfelds, das sich günstig auf ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen auswirkt. Daher waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass es nicht nötig ist, das Rad neu zu erfinden, auch wenn es verbessert und an sich verändernde Bedingungen angepasst werden muss.

Einige der Teilnehmer wiesen darauf hin, dass es eines stärkeren Bewusstseins für den Unterschied zwischen Forschung und Innovation bedürfe und darüber, wie beide einander ergänzen können. Der Begriff „Innovation“ ist weiter gefasst als „Forschung“, denn Produkte und Dienstleistungen können innovativ sein, ohne sich auf neue Forschungsarbeiten stützen zu müssen. In diesem Zusammenhang ist es für künftiges Wachstum wichtig, auf breiterer Ebene Innovationen umzusetzen und sie zu vermarkten.

Auf den Erfolgen aufbauen

Jedenfalls wurde unterstrichen, dass Maßnahmen erforderlich sind, die von Kontinuität und Beständigkeit geprägt sind. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass durch das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation die Unterstützung von Risikokapitalfonds weitgehend erfolgreich gewesen ist. „Der mithilfe von CIP erzielte Mehrwert [für Risikokapital] war bedeutend“, bemerkte Marc Schublin vom Europäischen Investitionsfonds (EIF), der einen Großteil der Risikokapitalaktivitäten des Rahmenprogramms verwaltet. „Auf einem aus 27 Mitgliedstaaten bestehenden Markt ist der generierte Mehrwert von Land zu Land verschieden.“

Ein weiterer, noch auszulotender Bereich betrifft die Verstärkung der Synergien zwischen CIP und den Strukturfonds. Dadurch könnte das Potenzial von Regionen als Multiplikatoren der erzielten Ergebnisse besser genutzt und ein Beitrag zu den „Europa-2020“-Zielen für intelligentes und nachhaltiges Wachstum geleistet werden.

Verglichen mit den anderen EU-Programmen sei CIP recht einfach und flexibel, so die Konferenzteilnehmer. Dennoch könne das Rahmenprogramm weiter gestrafft werden, insbesondere durch noch flexiblere Gestaltung seines Nachfolgeprogramms, damit es sich an die sich verändernden Marktgegebenheiten anpassen könne.

Für die Europäische Kommission bleiben KMU in ihrer Eigenschaft als Rückgrat der europäischen Wirtschaft und bedeutende Innovatoren zentraler Mittelpunkt eines jeden CIP-Nachfolgeprogramms. „KMU sind für mich und die gesamte Europäische Kommission ein vorrangiges Anliegen“, erklärte Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum. „Heutzutage müssen sich KMU stärker am Verbraucher orientieren und produktiver werden, zugleich aber auch innovative Lösungen finden. Dies stellt – zusammen mit anderen Herausforderungen wie der Globalisierung – eine echte Herausforderung dar.“

Förderung günstiger Rahmenbedingungen für Unternehmen

Zur bestmöglichen Gestaltung des Nachfolgeprogramms für CIP und um sicherzustellen, dass es den Erfordernissen der Interessengruppen entspricht, hat die Europäische Kommission vom 8. November 2010 bis 11. Februar 2011 eine Online-Konsultation durchgeführt, um die Meinungen der Akteure zu ermitteln.

Auch wenn noch keine abschließende Auswertung der Konsultation vorliegt, gibt es bereits erste interessante Ergebnisse. Von den erhaltenen 676 Antworten stammen 20 % von KMU. Über 90 % der Teilnehmer wünschen sich vor allem ein EU-Programm, das zur Schaffung eines günstigen Unternehmensumfelds beiträgt – einschließlich Hilfe bei der Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen –, das sich zielgerichtet an KMU wendet sowie branchenspezifische Unterstützung bietet. Rund 90 % befürworteten einen besseren Zugang zu Finanzierungen vor Ort (Risikokapital und Kredite) für Gründung und Wachstum von KMU. Quelle: PM © Europäische Kommission

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